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Let´s create future together!

LEBENSpost<br>von Cornelia  Trockendock in Trinidad (Bildquelle: Cornelia Scala-Hausmann)

LEBENSpost
von Cornelia

Nach 10.000 abenteuerlichen Seemeilen ist Cornelia wieder in Österreich gelandet. Nichts ist mehr, wie es war. Hier erinnert sie sich an Begegnungen mit Langzeitseglern.

Geld oder Leben
Von Risiken und Lebensfreuden ...

Ich sitze gerade im Zug von Wien nach St. Veit, wo sich mein Leben neu organisieren wird. Nichts ist wie es war. Die Sachen, die mir vor der Reise wichtig waren, sind im friendShip in Pulst, vieles ist in Kisten verpackt. Meine Wohnung in St. Veit habe ich gekündigt, mein Wohnbüro in Wien ist vermietet.

Wie wird es weiter gehen? Beinahe ein Jahr lang waren mein zu Hause zwei schwimmende Rümpfe, die der Wind antrieb. Der Lebensraum war groß und klein zugleich. Es gab viele Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen aus aller Welt. Schicksale wurden offenbart, Erfahrungen ausgetauscht, Freundschaften geschlossen. Weltenbürgertum gelebt. Ich merke, dass ich eine andere Zeitwahrnehmung habe... und mehr Gelassenheit. Noch nie habe ich mich so langsam durch Wien bewegt.

Wirkliche Langzeitsegler sind ein eigenes Volk. Sie leben Nomadentum und lieben die Unabhängigkeit. Sie sind autark und offen, ehrfürchtig gegenüber den Elementen, respektvoll und hilfsbereit gegenüber Menschen. Sie haben das Leben anstatt das Geld gewählt und finden ihre Freiheit in der Genügsamkeit.

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
(Albert Einstein)

So zum Beispiel Saulius, ein litauischer Biologe, der mit 25jähriger Tochter und ihren zwei Freundinnen seit zwei Jahren auf einem schönen, alten Holzsegelboot unterwegs ist. Ein einziger Raum für vier Personen, kein Strom, Kübelklo, Wasser in Kanistern, keine Instrumente, nur Kartennavigation von Kopien, die er sich von anderen Seglern beschafft hat. Sie lassen das Leben an sich heran, sie planen nicht, sie beobachten nur genau, was um sie herum geschieht. In jeder Ankerbucht waren sie recht schnell mit den dortigen Familien vertraut, kochten mit den Frauen und fischten mit den Männern. Saulius segelt wieder nach Litauen zurück, wo seine Frau wartet, um dann das Boot gegen ein mobiles Haus einzutauschen. Ihr zuliebe.

Marcel, ein deutscher Einhandsegler, war Fallschirmspringer bei den Blauhelmen in Afghanistan. Er erzählt uns einige seiner Erlebnisse.

„ ... eine Meldung kam rein, dass einer unserer Trupps von einem afghanischen Dorf, dem wir geholfen hatten, plötzlich gefangen genommen wurde. Freischießen war die letzte Lösung. Keiner wollte das. Also wurde Lösegeld gezahlt. 30.000 USD für die Freilassung. Damit war zu rechnen. Der Dorfchief musste so agieren – seine einzige Möglichkeit... denn er wusste genau, dass die Blauhelme demnächst abziehen würden und danach hat er keinen Schutz mehr gegen den Taliban. Also musste er dort jetzt schon gute Stimmung für sich machen.

Alles ist ein Spiel um Geld und Leben. Soldaten gelten dabei als Gut. Es gibt genau vereinbarte Gelder, die die USA bei einer Tötung von afghanischem „Gut" zahlen musste... ein Esel ist 200, ein Wasserbüffel 800 und ein Soldat nur 600 USD wert. Die Familie des Soldaten bekommt 200 USD, der Rest landet in den Taschen der Machthaber. Oft haben wir die afghanische Armee aus nächster Nähe gesehen... die Soldaten sind arm dran, sie kämpfen in Turnschuhen und Baumwollhosen! Ihre Kampfkraft ist schnell vorüber. Die Gegner wissen das und nützen es taktisch. Die Aktionen der Blauhelme verändern auf Dauer nichts wirklich. Der Sinn der eigenen Mission ist oft fraglich..."

Marcel trat nach 15 Jahren aus der Armee aus. Er wollte statt Geld mehr Leben. Mit Reisen. Er war schon mit dem Motorrad durch Europa unterwegs, als Fallschirmspringer sowieso immer im Flieger ... etwas Neues musste her. So kaufte er sich ein kleines Segelboot (34 Fuß) und segelte einfach, ohne Vorkenntnisse, los. Für ihn ein sehr kleines Risiko im Verhältnis zu seinem bisherigen Job!

Wenn ein Mensch behauptet, mit Geld ließe sich alles erreichen, darf man sicher sein, dass er nie welches gehabt hat.(Aristoteles Onassis)

Es gäbe noch viele Geschichten von besonderen Begegnungen auf See. Diese Menschen haben jedoch eines gemeinsam. Sie können nicht mehr zurück in das sogenannte „normale Arbeitsleben". Sie brauchen die Natur und ihren Freiraum. Im Gegensatz zu einem Einsiedler in den Bergen lernen sie die Welt kennen. Sie haben eine andere Sicht auf die Dinge, schauen nicht von oben herab, sondern blicken auf Augenhöhe zum Horizont ...

Dieser Horizont wird immer weiter und lässt Kleinlichkeiten zurück. Die Welt wird als Ganzes gesehen und nicht nur bis zur Staatsgrenze ihrer Heimat ...

Wäre dieser Blickwinkel nicht für viele, oder gar für alle Probleme dieser Welt von Nutzen?

Es geht nicht darum, Grenzen zu verschieben, sondern ihnen den trennenden Charakter für die Menschen zu nehmen(Richard von Weizäcker)

Wir sehen uns auf den Tagen der Zukunft...

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Zum Nachlesen: Die Segelreise im Logbuch:

www.florimell.at > aktuell

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