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LEBENSpost: Mehr „Slow“ statt „Fast“ Cornelia Scala-Hausmann (Bildquelle: Cornelia Scala-Hausmann)

LEBENSpost: Mehr „Slow“ statt „Fast“

Langsam aber sicher kommt Cornelia’s Abreise näher. Sie verabschiedet sich hier mit humorvollen Reiseimpulsen am 20.10. im Rahmen einer kleinen Abschiedsfeier.

Soeben lese ich über einen Trend mit dem neudeutschen Namen „Slow Travel"... überhaupt wird immer mehr „Slow", nachdem das „Fast" an die Grenzen der Erträglichkeit stößt: „Slow-Design" – mit Selfmade als neues Statussymbol, „Slow Media" – wo man sich bewusst gegen die Informationsflut entscheidet... vielleicht auch bald „Slow Business" oder „Slow Finance" (das hätten wohl viele gern schneller)... welche Tore täten sich bei „Slow Partnership" oder „Slow Study" auf?... Da seh’ ich schon recht amüsante Szenerien!

Wie so oft, werden auch hier genau zehn Parameter genannt, die bei Slow Travel relevant seien, die jedoch sicherlich nicht neu sind:

  • Das Tempo drosseln (...entspannen, nichts muss sein)
  • Die Komfortzone ausweiten (...mal was anderes)
  • Das Leben (die Reise) vereinfachen (...weniger ist mehr)
  • Pläne loslassen (...nichts für Kontrollfreaks)
  • Weniger ausgeben (!)
  • Fuß fassen und ankommen (...auf einen Ort einlassen)
  • Sich einfügen (...beobachten und Kontakt aufnehmen)
  • Auf Fremde vertrauen (...auch wenn’s schwer fällt ;-))
  • Dankbarkeit zeigen (...aussprechen und zeigen!)
  • Das Gewöhnliche wertschätzen (...was ist schon gewöhnlich?)

Offenbar kommen immer mehr dahinter, dass in der Langsamkeit einiges zu gewinnen ist. Und die Individualisten unter uns gehen sowieso ihre eigenen Wege.
Im „Slow" findet so mancher ein neues Reisegefühl – ganz gleich, ob mit kleinem oder großem Budget. Slow kann sich jeder leisten. Sofern er es will.

Einmal bin ich einer Busrundreise erlegen... die Konversation war „Schau!... Mist vorbei... Doch da! ... Wo? ... Da hinten! ... Ah... seh’ ich nicht mehr." Oder: „Boah! Da vorn... das musst’ fotografieren! ...Maaah! Wo ist jetzt die Kamera? ....Shit, vorbei..."
Und so weiter und so fort. Sightseeing mit dem Bus ist wie Fernsehen. Man lässt es an sich vorüber ziehen. Fernsehen kann man aber zu Hause bequemer. Und billiger.

Busreisen als Transport zum Ziel finde ich fein, aber als Besichtigungsrundreise nicht zweckmäßig – außer, um loslassen zu üben: Da gibt’s was zu sehen! – loslassen. Ah, da wäre wieder was... loslassen. Fotos sind wichtig? ...loslassen. Was man sieht, sieht man, was nicht, nicht. Loslassen. Am besten schlafen, meditieren, Musik hören etc. oder einfach mit Reisegefährten plaudern.

Am Segelschiff ist man sehr „slow" unterwegs und muss sich dennoch im Loslassen üben. Es kann passieren, dass man seit Monaten ein Ziel ins Auge fasst... der Wind dreht... – loslassen. ;-)

Hier in Kärnten wird es kälter um uns... und in mir keimt die Vorfreude auf die tropische Wärme wieder auf. Die nächste Segeletappe wartet, die über den gesamten karibischen Inselbogen gegen Norden und über Mexiko, Belize, Guatemala und Honduras wieder gegen Süden führen wird.

Was wird uns diesmal begegnen?
Was immer es sein wird – ich werde es „slow" angehen.

Doch bevor wir (leider doch sehr schnell) abreisen, wird noch verabschiedet.
Am 20. Oktober ab 19.00 Uhr geben wir eine kleine Abschiedsfeier im Reigen von Harald Klärner’s Kunstausstellung „Die Wächter" im eduCARE in Treffen am Ossiacher See.
Es gibt ein paar erzählerische Rück- und Ausblicke über unsere Reise und Harald führt durch seine Ausstellung mit 40 Wächterobjekten, Segelkunststücken und Zeichnungen.

Ein gemütlicher „slower" Abend mit entschleunigenden Gesprächen.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Und von denjenigen, die nicht persönlich dabei sein können, verabschiede ich mich hiermit schriftlich... denn der nächste Newsletter kommt schon wieder von Bord der Florimell, allerdings noch auf dem Trockendock in Trinidad...

Also bis zur nächsten Flaschenpost,

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

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