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Let´s create future together!

FLASCHENPOST von der Florimell Die rettende Leuchtpistole (Bildquelle: Zukunftskompetenzen)

FLASCHENPOST von der Florimell

Auf der Suche nach neuen Horizonten erlebten Cornelia und Harald auch eine bewusste Konfrontation mit ihren seidenen Lebensfäden. Lesen Sie hier, was eines Nachts im Yachthafen von Fortaleza, Brasilien, geschah.

Von seidenen Fäden...

Wenn man eine Reise tut, ist es besser, an gewisse Dinge nicht zu denken. Dennoch ist es ratsam, wachsam und wahrnehmend durch die Welt zu gehen. Zum Überleben steht die Wahrnehmungsfähigkeit an erster Stelle.

Auch wenn es heißt, die „Dummen haben das Glück" – so sehe ich das eher in der Richtung, dass der Dumme ja nur Glück haben kann. Was sonst?

In manchen Momenten wird uns bewusst, dass wir nur an einem seidenen Faden hängen. Und wir sind froh, wenn diese Augenblicke vorüber ziehen und wir dieses Bewusstsein wieder in psychische Tiefen abtauchen lassen können. Es gibt sicherlich unzählige Situationen, wo wir, von uns völlig unbemerkt, am Rande unserer physischen Existenz entlangschrammen. Und andere machen es uns mit aller Brutalität bewusst.

Jeder von uns geht ein Risiko ein, dozierte die Spinne, als die Fliege in ihrem Netz zappelt, mein Leben zum Beispiel hangt ständig am seidenen Faden.
(Ole Anders, deutscher Publizist)

In Österreich und Europa haben wir das Privileg, wenig mit solchen Situationen konfrontiert zu werden. Außer im Krankheitsfall. In anderen Ländern werden wir andauernd damit konfrontiert (Syrien). Auf Reisen, abseits geschützter Ressorts, begegnen wir unserem Lebensfaden in bestimmten Ländern eher als in anderen (z.B. Brasilien, Venezuela, Mexiko etc.)

Ein gewisses Risiko gehört schließlich zum Reisen dazu, will man persönlich eine Entwicklung erreichen. (Newsletter Juli 2014)

So durften wir auf dieser unserer Reise auch eine bewusste Konfrontation mit unseren seidenen Lebensfäden erleben:

Fortaleza, Brasilien.

Wir erreichen den Hafen um 23.00 Uhr und gehen vor dem Yachtclub vor Anker. Nach einem Ankunftsbier im Cockpit entschließen wir, in die Koje zu gehen ... Harald nimmt sicherheitshalber die Leuchtpistole mit. Die große Achterluke direkt über uns, drei Meter vom Heck entfernt, lassen wir offen und löschen das Licht.
Plötzlich ... ein Geräusch am Heck ... dann zwei Schritte an Deck!

Harald schnappt die Signalpistole und springt aus der Luke. Gerade noch rechtzeitig ... Ein Mann kommt mit einem Messer auf ihn zu, während zwei weitere aufs Boot steigen ... Mit einem „Hey!" richtet Harald die (nicht geladene) Leuchtpistole auf den Näherkommenden ... dieser zögert, ob er trotzdem angreifen soll, doch als Harald nochmal entschlossen auf ihn zuhält, springen er und die beiden anderen Hals über Kopf ins Meer und suchen das Weite!

In Windeseile lichte ich den Anker, während Harald die Motoren startet... wir fahren mit Vollgas zwischen Wracks, Frachter und Bojen aus der Ankerbucht hinaus, das Holzboot der Räuber, das sie an der Reling festgebunden hatten, im Schlepptau. Weiter draußen überlassen wir es der Strömung.

Jetzt beginnen wir erst nachzudenken ... was wäre gewesen, wenn ...!?

Unser tiefgründigster Leitfaden in unserem Werdungsprozess ist die Fähigkeit, unser zukünftiges Selbst aus den unzähligen, uns vorliegenden Möglichkeiten zu formen.
Das erfordert Mut und Anstrengung, aber es gibt uns auch Hoffnung,Hoffnung, dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen können.

Harald ist schon mehrmals auf seinen Segelreisen mit lebensbedrohlichen Situationen konfrontiert gewesen. Er war immer so gut es ging vorbereitet. Doch wir kennen auch viele Situationen, in denen vorbereitete Segler getötet wurden. Ihr Lebensfaden riss. Mitten im Traum ihres Lebens.

Hängen all Deine Wunschträume am seidenen Faden, so beginne, ihn auf eine Spule zu wickeln, um Dir daraus ein neues Gewand zu nähen.
(Ursula Schachschneider, Autorin)

So dürfen wir alle unsere Lebensfäden noch ein wenig weiter spinnen und erkennen hoffentlich rechtzeitig, wenn er aus bloßer Unachtsamkeit zu reißen droht, vielleicht auch aus einer zu langen, starren Fixierung heraus, die ihn spröde und brüchig werden lässt. Doch in dieser Achtsamkeit sollen wir unser Leben mit jedem Atemzug genießen!

Und sollt ich noch einmal die Tage beginnen, ich würde denselben Faden spinnen.
(Theodor Fontane)

Grüße von Bord der Florimell,
Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Logbuch: www.florimell.at > aktuell


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