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Flaschenpost: Mut <span style='letter-spacing: -0.05em;'>zu Grenzübergängen</span> Eine selbstsichere Grenzgängerin werden ... (Bildquelle: Cornelia Scala-Hausmann)

Flaschenpost: Mut zu Grenzübergängen

Cornelia nähert sich in dieser Flaschenpost den komplexen Themen „Grenzen" und „Mut" und ortet so manche Grenzverschiebung.

Grenzgänger und –innen ;-)

„Bis hierher und nicht weiter!" – hat das schon mal jemand zu Ihnen gesagt? Oder haben Sie es zu jemanden gesagt?

„Grenzen setzen" ist eine oft gebrauchte Phrase in Coachings, gleich nach „eigene Grenzen erkennen", gefolgt von „Grenzen überschreiten".

„Eigene Grenzen sind da, um überschritten – fremde, um respektiert zu werden."
(Peter E. Schumacher)

Es ist also schon mal ein gewaltiger Unterschied, um welche Grenzen es sich handelt.
In unserer bequemen, europäischen Welt sind uns unsere Grenzen sehr wichtig. Ob physisch gegen fremde Menschen – psychisch gegen zu viel Emotion – oder geistig gegen zu viel Input, verteidigen wir sie so gut wir können. Und jeder zieht seine Grenze anders – denn wo der eine sich schon bedroht fühlt, beginnt der andere, es erst interessant zu finden.

„Jeder sieht die Grenzen seines Gesichtsfeldes als die Grenzen der Welt an."
(Arthur Schopenhauer)

Wo aber nun die einen ihre Grenzen gar nicht erkennen, machen andere bereits meilenweit davor die Schranken dicht. Ich wage nicht zu entscheiden, wer besser dran ist – denn beides geht am Leben vorbei. Doch muss man sich schon einigermaßen sicher fühlen, um Grenzen offen zu lassen... man weiß ja nie, was da herein kommt! Man könnte ja überrollt werden – die Gefahr besteht. Womit wir bei der Gratwanderung zwischen Offenheit und Distanz angekommen sind – ein Kunststück, das wir alle von Kindheit an zu erlernen haben. Und so wir gute Lehrer bzw. Vorbilder haben, gelingt es, ein selbstsicherer Grenzgänger zu werden.

„Es ist schmerzlich, einem Menschen seine Grenzen anzusehen."
(Christian Morgenstern)

Grenzgänger(innen) gehen entlang ihrer Grenzen... sie testen sie ab. Sie gehen ein wenig darüber hinaus und beobachten, was passiert. Sie stürmen nicht darüber hinweg – und sie bleiben der Grenze auch nicht fern, denn sie wollen schon Neues entdecken. Und das gibt es nun einmal nur jenseits des Vertrauten – jenseits der altbekannten, selbst gesteckten Grenze.

„Mann kann die eigenen Grenzen nur feststellen, indem man sie gelegentlich überschreitet. Das gilt für jene, die man sich selbst setzt, ebenso wie für jene, die einem andere setzen."
(Josef Broukal)

Schon als Kind war das Spannendste hinter Zäunen verborgen. Die Ängstlichen sahen durch Gucklöcher, die Wagemutigen kletterten darüber hinweg, um zu erfahren, was es wohl dahinter zu entdecken gab. Das prickelnde, aufregende Gefühl dabei verhieß Abenteuer und wenn es auch noch gefährlich war oder wenn man erwischt werden konnte – umso aufregender! Oft nahm man dafür auch Strafen in Kauf, denn das war das Vergnügen wert. Tja, und manchmal war es dann doch auch zu viel – und bestimmte Zäune wurden niemals wieder überschritten. Doch einmal wenigstens mussten sie überwunden werden, um sich sicher sein zu können...

„Alle Schranken sind bloß des Übersteigens wegen da."
(Novalis)

Natürlich werden uns Andere alles Mögliche erzählen, was jenseits der Grenze sei. Natürlich werden sie sich teilweise widersprechen. Und natürlich kann es Tradition sein, einen gewissen Zaun niemals zu überschreiten. Es kann aber auch Aufgabe (Initiation) sein, ebendiesen zu überwinden, um erfahren (erwachsen) zu werden. Jede Grenze ist ein Schutz – doch jeder Schutz engt auch ein. Und so mancher lebt freiwillig in einem Käfig, während ein tatsächlich Gefangener oft freier ist als seine Kerkermeister.

Über viele Zäune können wir im Zuge unseres Wachstums hinwegsehen. Andere scheinen dummerweise mitzuwachsen. Und wieder andere werden von uns mühsam vergrößert. Und wenn der Mensch im Laufe eines Lebens erkennt, dass so mancher Zaun von ihm selbst errichtet wurde – dann ist ein großer Schritt zur Selbsterkenntnis getan. Vielleicht dürfen wir dann bemerken, dass diese Abgrenzung unnötig ist und erlangen ein Stück Freiheit in unserem Leben.

„Wo meine Grenzen sind, bestimmt mein Denken."
(Alfred Selacher)

Die „Grenzenlosen" unter uns sind jedoch keineswegs automatisch freier – haben sie doch einfach ihre Grenzen nicht gesucht und verlieren sich in vielen, auch fremden, Territorien. Ihren Gegenübern bleibt häufig nichts anderes übrig, als sie auszugrenzen, denn sie kennen ja selbst keine Grenzen und damit auch keine Achtsamkeit anderen gegenüber.

Es geht also – wie bei allen Lebensthemen – wieder einmal um eine gesunde Balance der Grenzüberschreitung und Grenzziehung. Die zugrundeliegende Kompetenz ist die Achtsamkeit, die uns bewusst macht, wo welche Grenzen liegen und wie wir damit umzugehen haben, damit es uns – und auch den anderen - gut dabei geht.

„Wer nie über seine Grenzen geht, bleibt immer unter seinen Möglichkeiten."
(Martin Knecht)

Grenzerfahrungen bringen uns immer weiter in unserem Leben, auch wenn wir meinen, darauf lieber verzichten zu können – denn sie sind eines nicht: bequem und einfach. Doch weil der Mensch es von sich aus meist vermeidet, werden uns unsere Grenzen schonungslos aufgezeigt, indem Zäune eingerissen werden, wenn die Entwicklung es verlangt. Dann sagen wir uns im geheimen – ‚Hätt’ ich ihn nur selbst überwunden... dann wär’s jetzt nicht so schmerzhaft.’

„Aber bedenke, dass jeder Menschenkraft ihre Grenzen gegeben sind. Wie viel Gegenstände bist du imstande so zu fassen, dass sie aus dir wieder neu hervorgeschaffen werden mögen? Das frag dich, geh vom Häuslichen aus und verbreite dich, so gut du kannst, über alle Welt."
(Johann Wolfgang von Goethe)

Und das schöne auf der Suche nach neuen Horizonten ist, dass sich die Grenzen ständig verschieben...

...und siehe da – manche Grenzen werden zu Brücken!

Wann haben Sie zuletzt über Zäune geblickt oder sind sogar darüber hinweg geklettert?

Ihre Cornelia Scala-Hausmann

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