Der November erfüllt derzeit alle meine Erwartungen. Nebelig und nicht zu kalt. Dennoch ist er eine seltsame Zwischenzeit. Ein „Dämmermonat“, der nicht ganz hell und auch nicht ganz dunkel ist. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich fühle mich in einem wetter- und jahreszeitbedingten Dämmerzustand.

Ja, klar – es ist ein Übergang. Ein Übergang von Sommer zu Winter. Genannt Herbst. Aber darüber hinaus bietet er auch tiefere Dimensionen. Es geht um Ahnen und Ahnungen, um Seelen und Geister. Geister aus der Vergangenheit und Ahnungen in die Zukunft.

Kennen Sie solche seltsamen Zeiten, die sich irgendwie „dazwischen“ anfühlen? Wenn das Vergangene noch nachwirkt und das Neue noch nicht da ist…? Solch eine Zeit kann ganz schön nervend sein, wirkt orientierungslos und verlangt eine hohe Achtsamkeit in Rück- und Vorausschau. So gesehen ist der November ein perfekter Stellvertreter unserer Zeit:

 

Wir leben in einer Zwischenzeit, der Spanne zwischen zwei Zeitaltern… und wir sind weder in der einen, noch in der anderen.“ (John Naisbitt)

 

Ich selbst fühle mich auch in einem solchen Zwischenzustand. Arbeite Altes auf und plane Neues. Bin noch da, wo ich bin – spüre aber schon etwas Neues auf mich zukommen. Reisende kennen diesen Zustand sehr gut und wissen wovon ich rede. Es ist eine ganz eigene Lebenseinstellung, die manches gelassener sehen lässt.

Zwischenzeit… eine Zeit zwischen Jahres- und Lebenszeiten, zwischen Abfahrt und Ankommen, Ruhe und Sturm, Sammeln und Zerstreuen, Fixieren und Auflösen, Wehmut und Glück. In solchen Zeiten scheint alles in Schwebe zu sein und dennoch ist viel zu tun.

 

„Tätig zu sein ist des Menschen erste Bestimmung, und alle Zwischenzeiten, in denen er auszuruhen genötigt ist, sollte er anwenden, eine deutliche Erkenntnis der äußerlichen Dinge zu erlangen, die ihm in der Folge abermals seine Tätigkeit erleichtert.“ (Johann W. von Goethe)

 

Zwischen den Zeiten… ein unsichtbarer Raum, der sich aufdehnt in der Sicherheit des Undefinierten. Im Sport gibt er Auskunft über einen Status quo, der nicht endgültig ist. Die Zwischenzeit zwischen zwei definierten Zeitpunkten – Start und Ziel. Wir sind dabei weder in dem einen noch in dem anderen… ein „Jetzt“ zwischen Vorübergegangenem und Kommendem.

 

„Das Schönste im Leben ist, unterwegs zu sein. Sobald man angekommen ist, ist es vorbei.“ (Meine Großmutter, 93)

 

Eine Zeit, die also nicht im Fokus ist. Die parallel unbemerkt vergeht, sodass man sich oft fragt, was in der „Zwischenzeit“ geschehen ist?

Bevor es Ihnen, werte Leser, zu philosophisch wird – obwohl der November dazu förmlich einlädt – zum Abschluss ganz pragmatisch: JETZT ist die Zeit, zwischen Nach- und Vorsorge zu verweilen und  in diesem „Leo“ des Undefinierbaren unsere Freude, Trauer, Furcht und Hoffnung zu erkennen, die unser Leben lebenswert machen. Und lachenden Auges den nächsten Schritt zum Ziel namens „Leben“ zu machen.

 

„Eines Menschens Ziel ist niemals ein Ort, sondern eine neue Art, die Dinge zu sehen.“ (frei nach Henry Miller)

 

Und wenn wir den Blick weit werden lassen, merken wir – es sind unzählige Mitstreiter mit uns unterwegs. Wir sind nicht allein auf unserem Weg in die Zukunft. Wir müssen nur die Hände ergreifen, die uns entgegen gehalten werden… und sie in Menschlichkeit schütteln.

 

…eine davon ist meine.

 

Ihre

Cornelia Scala-Hausmann

 

Über den Autor: la scala

Jg. 1965, 1 Sohn, 1 Tochter, Sitz derzeit in St.Veit an der Glan / Kärnten, Büro in Wien. Synergiensuche von Selbst & Markt, Führung & Kunst, Philosophie & Trendforschung, Spiritualität & Wirtschaft. Berufsmosaik: Studium Grafik-Design & Werbewissenschaften; bis 2000 geschäftsführende Gesellschafterin einer Werbeagentur in Wien 19 mit 16 Mio. Umsatz und 12 Mitarbeitern. Kunden: CA-BA, Procter & Gamble, SCA, Rosenthal, Cincinnati Extrusion, Peithner KG etc. Ab 2000 vielfältige Ausbildungen in Coaching, Therapie und Gesundheit (4-jähriges Diplomstudium der Kunsttherapie; Stressmanagement, TCM-Diätetik, Systemisches Coaching, Mentaltrainings, Psychosomatik, Lebens- und Sozialberatung, Unternehmensberatung u.a.). Seit 7 Jahren als „Selfness & Business Coach“ tätig. Buchveröffentlichung "Die einfachen Wunder der Gesundheit - ein Selfness-Coaching". EU-Zertifizierung als Erwachsenenbildnerin (Andragogin). Gründung des Instituts für Zukunftskompetenzen. Derzeitiger Schwerpunkt in der Lehrkonzeption für aktuelle Themen und Ableitung von vermittelbaren Zukunftskompetenzen.

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