Letztes Jahr versprach ich, 2020 jeden Monat eine Kompetenz aus dem Zukunftskompass® vorzustellen. Im Jänner begann es noch jungfräulich mit der ersten aller Kompetenzen – der Selbstkompetenz. Im Februar kam schon das Thema Gesundheit in Form eines neuen Virus hoch – Salutogenesekompetenz war gefragt. Im März wurde uns eine unfreiwillige Auszeit verordnet – Reflexionskompetenz – und im April ging es zunehmend um (leider nicht immer vorhandene) mitfühlende und ehrliche Kommunikation – Empathiekompetenz. Es ist, als ob das äußere Geschehen Antwort auf die jeweilige Kompetenz gibt (oder umgekehrt) und – auch wenn es Zufall sein mag – es ist faszinierend, wie genau die Reise durch den Zukunftskompass® auf unsere derzeitige Situation passt!
 
Jetzt im Mai sind wir bei der Ressourcenkompetenz angekommen und wie der Name schon sagt, sorgen sich nun immer mehr sowohl um die eigenen Mittel und Vorräte, als auch um die der Allgemeinheit. Denn es lässt sich schon erkennen, dass die Wirtschaft Schaden genommen hat.
 
Spätestens jetzt ist es an der Zeit, sich Gedanken um die eigenen Ressourcen zu machen. Und damit meine ich nicht nur die materiellen. Sondern vor allem auch die persönlichen in Form von Talenten, Fähigkeiten, Netzwerken etc. Es drängt sich zunehmend die Frage auf, welche Wirtschaft wir in Zukunft wollen und was sinnvoll ist.
Die Vergangenheit versuchte sich bereits an einer „gleichen Wirtschaft“ was im Kommunismus fehlschlug. Dann ging es in das andere Extrem, einer „freien Wirtschaft“ – was viel Innovation brachte aber den um den es eigentlich gehen sollte, vergaß – den Menschen. Wie lange wird es dauern, bis man nun die goldene Mitte einer „brüderlichen“ Wirtschaft versuchen wird? Brüderlichkeit bedeutet nicht Gleichheit. Sondern Fairness und Gerechtigkeit. Der Mensch steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Arbeitsverträge der Zukunft müssen auf Augenhöhe abgeschlossen werden.

Die Frage der Ethik wird – auch aufgrund der technologischen Entwicklung – immer dringlicher. An Stelle einer ausbeutenden Globalität muss eine transparente Aufteilung treten, in der die menschliche Arbeitskraft gewürdigt wird. Eine neue Form der Beteiligung muss gefunden werden. Und gute Fachkräfte werden genau auf diese Parameter achten ohne die ein Unternehmen der Zukunft keine guten Mitarbeiter bekommen wird. Eine Rückkehr in ein regionales Abgrenzen ist nicht mehr denkbar – zu sehr sind wir uns unserer globalen Abhängigkeiten bewusst geworden. 

Die Zeit für kleine Politik ist vorbei. Schon das nächste Jahrhundert bringt den Kampf um die Erd-Herrschaft – den Zwang zur großen Politik. (Friedrich Nietzsche)

Daher sehe ich aus den Zukunftskompetenzen eine Zukunftskonsequenz entstehen, in der eine Zukunftsethik immer schlagender werden wird. 

>> mehr dazu im Buch Der Zukunftskompass® 

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