Zuallererst hoffe ich, dass Sie die letzten vier Wochen gut überstanden haben.
Und des weiteren, dass Sie dabei Ihre Lebensfreude nicht verloren haben!
 
Endlich kann ich rücksichtslos Knoblauch essen! (Freundin)
 
In den vier Wochen Eremitendasein hat sich einiges getan. 
Und wir haben ja noch zweieinhalb Wochen vor uns. 
Ein Grund, warum ein neuer Stress aufzukommen droht – der Stress, sich schon wieder für den Neustart rüsten zu müssen. Das äußert sich in täglichem Studieren von e-learning-Systemen, online-Technik und Produkt-updates.
 
Alles geht online. Besser wäre OM-line, wie Horx es einmal nannte 😉 
 
Die kritischen Geister unter uns kommen kaum den widersprüchlichen News hinterher und müssen selbst auch noch recherchieren, um halbwegs verstehen zu können, was derzeit in der Welt geschieht. 
Gleichzeitig erreichen uns nett gemeinte Nachrichten über sämtliche social medias, dass man sich entspannen sollte. Was den einen oder anderen Existenzkrisler wohl noch zusätzlich aus der Fassung bringen mag, so er nicht bereits zum Erntehelfer mutiert ist. 
Und letztlich die üblichen mahnenden Aussendungen derjenigen, die vor einem wirtschaftlichen Zurückbleiben warnen. Alles ändere sich immer rascher und man dürfe nichts verpassen, muss also weiter rennen, um dabei bleiben zu können – und jetzt nach solch einer Krise umso mehr… 
 
Von einem Getriebensein ins nächste?

STOP!
 
Sollten Sie jetzt kein Einkommen haben und nicht wissen, wie es nach der Krise weiter geht – dann haben Sie mein tiefstes Mitgefühl. Ich verstehe, wenn Sie nicht unbedingt gelassen bleiben können. (Ich wundere mich oft selbst, dass ich es bin.)
 
Dennoch – ich möchte Sie, mit oder ohne Einkommen, dazu aufrufen, sich nur eine einzige Frage zu stellen:
 
Was erwartet das Leben eigentlich von mir?
(Und nicht umgekehrt!)
 
Falls es das ist, was bisher war – gut.
Falls nicht – wäre jetzt die Chance! 

Brüche haben immer einen Vorteil. Sie erleichtern uns, etwas zu ändern. Denn wo zuvor kein Verständnis war, ist nun Empathie. 
 
Was verdienen Sie?, fragte der Richter den Poeten im Zeugenstand. „Nun ja“, meinte dieser, „mal nichts, manchmal ist es aber auch weniger…“
(Wolfgang J. Reus)

 
Ja, wir sind an einer wichtigen Zeitenwende. Wir sind es schon länger und werden es auch noch länger sein. Die Corona-Krise ist nur eine kleine Krise innerhalb einer großen Veränderung, in der wir uns befinden. Sie bewirkt einen Klimawandel. Dieser ist längst nicht nur ein Umweltthema. Es geht um den Klimawandel in unserer Gesellschaft. Er ist virulent und akut. Krisenzeiten rütteln uns durch, Angst dominiert und das menschliche Zueinander ist massiv gestört. 
Aber – und es gibt immer ein aber – ebenso geben sie uns auch die Möglichkeit, unser Klima konstruktiv zu gestalten. Nicht nur das Klima der Umwelt, sondern auch unseres Umfeldes, unserer Familie, unserer Arbeit, unserer Medizin, unserer Wirtschaft u.a.m.  Sie führen zu einem gesellschaftlichen Klimawandel!
 
Und WIR entscheiden, wie der Wandel abläuft. Wir dürfen mitreden, wir dürfen darüber nachdenken, hinterfragen und versuchen zu verstehen. Wir dürfen diskutieren und abstimmen, wir dürfen unsere Sicht der Dinge kommunizieren. Und vor allem wir können im Kleinen handeln.
 
Das Schlechte zuerst: Immer mehr haben Probleme mit ihrem Unterhalt. 
Und jetzt das Gute: es ist mehr als ausreichend Unterhaltung vorhanden. 
(Henry Schaffner)
 
Als ich ein Teenager war, hatte ich auf den Wänden meines Zimmers unzählige Protestposter und die Tür vollgeschrieben mit Sprüchen. Einer davon war:
 
„Es kann vorkommen, 
dass die Nachkommen
mit dem Einkommen
nicht mehr auskommen
und dann umkommen.“
(Denn ich kam nie mit meinem Taschengeld aus.)
 
Solch weise Sprüche hatte ich damals von meiner „Großmutter im Apfelbaum“. Sie war eine humorvolle, krisenfeste, zähe Frau – die mit allem fertig wurde. (siehe Biografie)
Dieser Spruch kam mir diese Woche wieder in den Sinn – denn ich bin derzeit ein Nachkomme ohne Einkommen, wie sie es auch so oft war. Vielleicht komme ich auch nicht mehr aus – aber keinesfalls komme ich um – dazu habe ich zu viele ihrer Gene in mir 😉
 
Was würde sie also in einer solchen Situation sagen oder tun? Bzw. was hat sie getan?
Sie pflegte ein persönliches Netzwerk und Informationssystem, tauschte statt zu zahlen, war hilfsbereit aber verschwiegen, hinterfragte so einiges, gab nie auf, war mutig und versorgte sich selbst. Es gäbe viele Geschichten, die ich über sie erzählen könnte… 
 
„Oh du lieber Augustin, alles ist hin…“ (ein altes Wienerlied, das wir oft lachend zusammen sangen…) „Geld ist weg, Mädl ist weg … Rock ist weg, Stock ist weck, Augustin liegt im Dreck…“  (er lebte lustig weiter, die Pest konnte ihm sogar in der Pestgrube mitten unter lauter Pesttoten nichts anhaben.)
 
Übertragen auf Heute hieße das – wir haben ein digitales Netzwerk, worüber wir uns nicht nur mit irgendwelchen mehr oder weniger sinnvollen Postings austauschen, leben ein gezieltes Miteinander statt Gegeneinander, behalten manches auch für uns, prüfen mit Herz und Verstand, lassen uns nicht unterkriegen, weder von einem Virus noch von Einschränkungen, stehen mutig für unsere Rechte ein und versorgen uns selbst mit positivem Selbstwertgefühl, um unsere Immunität zu stärken.
 
Wer den Sinn einer ersten Krise nicht verstanden hat, bekommt eine zweite. (Pascal Lachenmeier)
 
Wir Menschen haben schon vieles gemeistert. Wir sind nicht so leicht zu bezwingen. Nur die Angst müssen wir besiegen. Eine Gefahr ist dazu da, sie zu erkennen, zu erforschen und zu integrieren, um weiterhin lebensfähig sein zu können. Wir rotten auch nicht alle Löwen, Tiger oder Haie aus, weil sie uns fressen könnten. Wir sollten mit ihnen leben lernen.
 
Die Geschichte von Paracelsus und seinem Handel dem Tod. (Link)
 
Derzeit arbeite ich kostenlos mit einem Team an einem e-Book zur Coronakrise. In diesem Buch sind wir auf der Spur von systemischen Zusammenhängen. Nicht selten kommen unvermutete Informationen zu tage, die neue Wege aufzeigen können. Die Frage ist jedoch, wenn es sich um zukünftige Wege handelt, ob wir sie heute schon verstehen und richtig interpretieren können oder erst in der Rückschau erkennen, was gemeint war. (Info)
 
Um etwas in der Welt verändern zu können, müssen wir zuerst unseren Blick auf die Welt, unsere Einstellung, unsere Geisteshaltung verändern.
 
Ich bin immer auf der Fährte nach möglichen Veränderungen und suche immer den eigenen Handlungsansatz darin. Das verlangt zunächst keine großen Schritte im Außen. Aber es verlangt einen kritischen Blick in unser Inneres. Und dazu sind Krisen da. 
 
Auf den Böden der Krisen wachsen oft regelrechte Riesen.
(Michael Marie Jung)

 

Mit immunstärkenden Grüßen
 
Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Über den Autor: la scala

Jg. 1965, 1 Sohn, 1 Tochter, Liebenfels / Kärnten und Wien. Synergiensuche von Selbst & Markt, Führung & Kunst, Philosophie & Trendforschung, Spiritualität & Wirtschaft. Berufsmosaik: Studium Grafik-Design & Werbewissenschaften; bis 2000 geschäftsführende Gesellschafterin einer Werbeagentur in Wien 19 mit 16 Mio. Umsatz und 12 Mitarbeitern. Kunden: CA-BA, Procter & Gamble, SCA, Rosenthal, Cincinnati Extrusion, Peithner KG etc. Ab 2000 vielfältige Ausbildungen in Coaching, Therapie und Gesundheit (4-jähriges Diplomstudium der Kunsttherapie; Stressmanagement, TCM-Diätetik, Systemisches Coaching, Mentaltrainings, Psychosomatik, Lebens- und Sozialberatung, Unternehmensberatung u.a.). Seit 7 Jahren als „Selfness & Business Coach“ tätig. Buchveröffentlichung "Die einfachen Wunder der Gesundheit - ein Selfness-Coaching". EU-Zertifizierung als Erwachsenenbildnerin (Andragogin). Gründung des Instituts für Zukunftskompetenzen. Derzeitiger Schwerpunkt in der Lehrkonzeption für aktuelle Themen und Ableitung von vermittelbaren Zukunftskompetenzen. Mehrere Publikationen, darunter Der Zukunftskompass®. 2015 bis 2019 auf Segelweltreise. 2020 Engagement in Gesellschafts- und Krisenthemen.

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