Wie geht es Ihnen? Haben Sie auch schon genug von der Fülle an Information, die ständig auf uns einprasselt?
Ich kann sagen, ich habe ein richtiggehendes Studium hinter mir. Ein Studium der Virologie, der Weltpolitik, des Journalismus und der Gesellschaftsdynamik. Keine Universität hätte mir das in der Schnelligkeit so vehement näherbringen können. Nur die Praxis kann dermaßen eindrucksvoll lehren. Und die Schwelle an der wir stehen, wird greifbar.
 
Spring endlich! Meinte meine Turnprofessorin zu mir, die am 3-Meter-Brett stand, um ihren ersten Köpfler zu versuchen. Und ich sprang. Als ich auftauchte, blickte ich in bleiche, ernste Gesichter – ich hatte einen Bauchfleck gemacht und nichts bemerkt. – Zum Glück war es kein 10-Meter-Brett.“
 
An diese Szene im 1. Gymnasiumjahr erinnere ich mich noch gut – und als ich diese Episode mit meiner ach so weisen Großmutter besprach, meinte sie nur „Bevor dich einer schubst, ist das Springen noch das kleinere Übel.“ Wie wahr! Auch darin hatte ich Erfahrung.
Und wenn die Gefahr eines „Geschubstwerdens“ naht, bedeutet es, sich vorher bereit zum Sprung zu machen. Auch wenn man nicht genau weiß, was einem unten erwartet. Die Weisheit liegt jedoch darin, die Gelegenheit des guten Absprungs nicht zu versäumen. 

In meiner nunmehr bald 30jährigen Laufbahn als Unternehmerin sprang ich oft ins kalte Wasser und wenn es am Sprungbrett zu eng wurde, wartete ich nicht, bis mich jemand schubst, sondern sprang lieber selber auf meine Art und Weise. 
In letzter Zeit sehe ich jedoch leider immer mehr Menschen, die springen müssen bzw. geschubst werden ohne dafür bereit zu sein. Und manche bemerken nicht einmal, dass sie auf einem Sprungbrett stehen und wähnen sich im sicheren Hafen.
 
Sie können sich von der Politik fernhalten, aber die Politik wird sich nicht von Ihnen fernhalten. (Peter Möller, Dipl. Sozialwirt)
 
Sobald das Gesundheitsthema der gegenwärtigen Krise im Abklingen begriffen ist, kommt rasch die wirtschaftliche Frage hoch. Und ich denke, die haben noch die Wenigsten in ihrem Ausmaß begriffen, denn bisher stehen vor allem die Klein- und Mittelbetriebe an der Front bzw. am Sprungbrett. Und nur jene, die den Absprung schon geübt haben, können jetzt ihre Pirouetten drehen. Demnächst werden jedoch alle in kreativen Sprungkünsten gefordert werden. 
 
Wo wir landen? 
 
In der Zukunft. 
 
Wie wir uns vorbereiten können?
 
Handeln kommt von Hand – und Weizen von Spreu zu trennen geht nur mit Verstand.
(Großmutter 1896-1989)
 
Deswegen sind wir so wie wir sind – ein Individuum mit zwei Händen, die handeln – und mit zwei Füßen, die uns bewegen können. 
Unser Verstand sollte geschult sein, vor allem in systemischem Denken. Und unser mentales Vorstellungsvermögen hilft uns, Wege aus Krisen zu finden. Ist unser Herz auch mit dabei – zeigt es uns unseren Weg und gibt uns die Kraft durchzuhalten.
 
Deswegen heißt es ja auch „mit (offenem) Herz und (kritischem) Verstand“ 😉
 
Und auf diese Weise sollten wir in die Zukunft gehen. Dann müssten wir nicht springen.
 
Wenn wir es aber dennoch müssen, dann lassen sie uns bei der Hand nehmen und all unsere Ressourcen aufspannen!
 
 
Mit handfesten Grüßen
 
Ihre Cornelia Scala-Hausmann



Jeder Kluge, der ständig nachgibt, wird letztendlich von Dummen regiert. 
(Kurt Wolfgang Ringel)

Letztes Jahr versprach ich, 2020 jeden Monat eine Kompetenz aus dem Zukunftskompass® vorzustellen. Im Jänner begann es noch jungfräulich mit der ersten aller Kompetenzen – der Selbstkompetenz. Im Februar kam schon das Thema Gesundheit in Form eines neuen Virus hoch – Salutogenesekompetenz war gefragt. Im März wurde uns eine unfreiwillige Auszeit verordnet – Reflexionskompetenz – und im April ging es zunehmend um (leider nicht immer vorhandene) mitfühlende und ehrliche Kommunikation – Empathiekompetenz. Es ist, als ob das äußere Geschehen Antwort auf die jeweilige Kompetenz gibt (oder umgekehrt) und – auch wenn es Zufall sein mag – es ist faszinierend, wie genau die Reise durch den Zukunftskompass® auf unsere derzeitige Situation passt!
 
Jetzt im Mai sind wir bei der Ressourcenkompetenz angekommen und wie der Name schon sagt, sorgen sich nun immer mehr sowohl um die eigenen Mittel und Vorräte, als auch um die der Allgemeinheit. Denn es lässt sich schon erkennen, dass die Wirtschaft Schaden genommen hat.
 
Spätestens jetzt ist es an der Zeit, sich Gedanken um die eigenen Ressourcen zu machen. Und damit meine ich nicht nur die materiellen. Sondern vor allem auch die persönlichen in Form von Talenten, Fähigkeiten, Netzwerken etc. Es drängt sich zunehmend die Frage auf, welche Wirtschaft wir in Zukunft wollen und was sinnvoll ist.
Die Vergangenheit versuchte sich bereits an einer „gleichen Wirtschaft“ was im Kommunismus fehlschlug. Dann ging es in das andere Extrem, einer „freien Wirtschaft“ – was viel Innovation brachte aber den um den es eigentlich gehen sollte, vergaß – den Menschen. Wie lange wird es dauern, bis man nun die goldene Mitte einer „brüderlichen“ Wirtschaft versuchen wird? Brüderlichkeit bedeutet nicht Gleichheit. Sondern Fairness und Gerechtigkeit. Der Mensch steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Arbeitsverträge der Zukunft müssen auf Augenhöhe abgeschlossen werden.

Die Frage der Ethik wird – auch aufgrund der technologischen Entwicklung – immer dringlicher. An Stelle einer ausbeutenden Globalität muss eine transparente Aufteilung treten, in der die menschliche Arbeitskraft gewürdigt wird. Eine neue Form der Beteiligung muss gefunden werden. Und gute Fachkräfte werden genau auf diese Parameter achten ohne die ein Unternehmen der Zukunft keine guten Mitarbeiter bekommen wird. Eine Rückkehr in ein regionales Abgrenzen ist nicht mehr denkbar – zu sehr sind wir uns unserer globalen Abhängigkeiten bewusst geworden. 

Die Zeit für kleine Politik ist vorbei. Schon das nächste Jahrhundert bringt den Kampf um die Erd-Herrschaft – den Zwang zur großen Politik. (Friedrich Nietzsche)

Daher sehe ich aus den Zukunftskompetenzen eine Zukunftskonsequenz entstehen, in der eine Zukunftsethik immer schlagender werden wird. 

>> mehr dazu im Buch Der Zukunftskompass® 

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