Der erste Newsletter im Februar! Denn die letzten Jahre war ich zu dieser Zeit in karibischen Gewässern und erlebte dort den Carneval.

Lachender Ernst und ernthaftes Lachen begleitete Menschen allerorts von Gestern auf Heute. Die Einen wollten den Ernst des Alltags für einen Tag und eine Nacht vergessen, die anderen nutzten es, als Narr so manche Wahrheit kund zu tun. Schon vor tausenden Jahren im Altertum gab es dieses ausgelassene Fest, das Rollen tauschte, Verbote aufhob und als ein lachendes Ventil für so manches Ungleichgewicht galt.

Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre dann die Welt?
(Johann Wolfgang von Goethe)

So war und ist das Weltgeschehen auch im bunten Narrentreiben zu Hause. In Düsseldorf sah man auf einem der Umzugswagen Talibankämpfer beim Armdrücken und die Aufschrift: „Terror hat nichts mit Religion zu tun“. Auf einem anderen Wagen stand: „Charlie Hebdo – Satire kann man nicht töten.“ (Salzburger Nachrichten) Allerorts wird bittere Wahrheit in Humor verpackt und manchmal frage ich mich auch während des restlichen Jahres, ob die Narrenzeit je ein Ende nimmt.

An Karneval maskiert man sich, damit man die Maske fallen lassen kann.
(Gerhard Uhlenbruck)

Der Mehrheit in Österreich ist laut einer Umfrage der Fasching jedoch scheinbar gleichgültig. Dabei war in der österreichischen Vergangenheit der Fasching zeitweise von Kaisern und Regierung verboten, da es dabei immer wieder zu maskierten Racheakten und Ausschreitungen kam.

Aber nun zu Ihnen – ganz gleich, ob Sie nun unter den Narren waren oder nicht – welche Maske hätten Sie gerne getragen, in welche Rolle gerne geschlüpft? Aus welchem Ernst für kurze Zeit ein Spiel gemacht?

Ich schätze, wir sind alle Narren. Von Geburt an, wahrscheinlich.
(Mark Twain)

Seit heute ist der Spaß jedoch vorbei und wieder der Ernst des Lebens präsent. Mehr noch. Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit, in der es um körperliche und seelische Reinigung gehen soll. Keine so schlechte Idee, oder? Wollen wir diese Zeitqualität nutzen?

Niemand kann auf Dauer eine Maske tragen.
(Seneca)

Also frage ich Sie – und meine Fragen sind immer auch beruflich gemeint! –
• Wen würden Sie nur allzugern demaskieren? Und welche Maske möchten Sie selbst nicht mehr tragen?
• Gibt es etwas, das Sie am liebsten zu Asche werden lassen möchten, damit dann etwas Neues daraus entstehen kann?

Für die Gesundheit und ein langes Leben ohne großen Kummer weiß ich kein besseres Mittel als die Narrheit.
(Michelangelo)

Der Narr war früher derjenige, der die Dinge ungestraft beim Namen nennen durfte. Ein Narr steht abseits von Zwängen und verfügt über eine gewisse Freiheit! Doch wünsche ich mir weniger närrische Entscheidungen und mehr weise Narren in der Welt.

 

Ihre

Cornelia Scala-Hausmann

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