Nicht jeder ist als Unternehmer geboren – stimmt.

Falls Sie Unternehmer sind – erinnern Sie sich mal daran, warum Sie es geworden sind?

Gab es einen Traum, eine Vision, ein Ziel – dass Sie auf diese Weise am ehesten erreichen konnten?

War es der Drang „sein eigener Herr (oder eigene Dame) zu sein? Oder war es Flucht aus einem zweifelhaften Dienstverhältnis? Oder gar Flucht nach vorn aus der Arbeitslosigkeit?

Wenn wir in die Trendforschung schauen, sind Klein-UnternehmerInnen bereits in der Zukunft der Arbeit. Denn in der Berufswelt von morgen suchen Menschen immer mehr nach Identität auf der „Lebensbühne Arbeit“, die dadurch nicht mehr als getrennt vom Leben betrachtet werden kann. Gegensätze aus der Welt des Dienstverhältnisses und der Welt der Selbstständigkeit fusionieren zusehends. (zukunftsinstitut.de) Die Orientierung liegt jedoch in jedem selbst. Denn die zunehmende Komplexität ist nur noch durch Individualisierung gestaltbar.

Die Arbeit wird nicht weniger – nur anders. Und Unternehmerische Leidenschaft spielt dabei wichtige Rolle!

Wenn ich mich erinnere – ich war damals 28 Jahre alt. Oh ja und ich hatte Träume!

Die Kunst war meine Leidenschaft.

Daher stellten sich mir nie die Fragen:

• Was kann ich außergewöhnlich gut? Welche Arbeit gibt mir Energie? Oder: Welche Herausforderungen bringen mir Freude?

Es war ganz klar – was ich wollte: Künstlerisch, schöpferisch tätig sein und davon leben können.

Das lag wohl daran, weil ich noch relativ jung war. Hätte ich mehr Umwege machen müssen, hätte ich mich 10 Jahre später sicherlich diesen Fragen stellen müssen. Dabei ist es tatsächlich hilfreich sich zu erinnern, wofür als junger Mensch das Herz geschlagen hat!

Aber noch etwas anderes war damals entscheidend für mich: Freiheitsliebe!

Sie war es, die mir die Kraft gab, meinen Weg trotz Hindernisse und Hemmnisse zu gehen. Jeder Schritt war ein Schritt in die Unabhängigkeit. Hurra! Blick nach vorne und tun! Die UnternehmerInnen unter Ihnen kennen das vielleicht?

 

Und was kommt dann?

Wer wagt gewinnt. Das kann man wirklich sagen. Zum Unternehmertum gehört ein gewisses Talent zur Schauspielerei. Oder?

Für mich ging es damals um eine eigene Werbeagentur. Aber ohne Kunden? Und die Kunden kommen nur, wenn die Agentur da ist. Also? Kreiere ich eine Agentur!

Ich rief meine besten Freunde an und machte ein „Agentur-Team-Foto“, einen Folder, kaufte Adressen, machte eine Aussendung – und wartete.

3 Tage später hatte ich den ersten Kunden.  …und es folgten mehr, es folgten größere – bis ich die ganz großen zu meinen Kunden zählen konnte. Und 3 Jahre später hatte ich 12 professionelle Mitarbeiter, ein Büro im 19. Bezirk in Wien und einen Geschäftspartner.

„Das alte ABC des Erfolges lautet: Können, Neuanfänge und Mut.“ (Luckman)

Jeder Unternehmer ist schon mal ins Wasser gesprungen – auch wenn es kalt war!

 

Tja und was kommt danach? Vielleicht da und dort Ernüchterungen, Einbußen, Rückschläge?

3 Parameter sind unerlässlich:

• „Unermüdliche Ausdauer

• und die Bereitschaft, etwas in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.“ (Albert Einstein)

• Und: Beziehungen. (nicht Vitamin B im alten Sinne) Auch Arbeitsbeziehungen werden immer freier und müssen daher ständig neu ausgehandelt werden. Soziale Prozesse werden also immer wichtiger!

Als UnternehmerIn hat man zweifellos etwas von einem Stehaufmännchen. Eine gewisse Zähigkeit im Durchhalten und Durchsetzen.

Und mit zunehmenden Alter sehe ich „Absagen“ etwas anders: Jeder abgesagte Tag ist eine Investition in die Zukunft! Denn so nütze ich ihn dann 😉

 

Also fassen wir mal Bisheriges zusammen.

Die 1. Survival-Regel heißt: hab eine solide VISION!

Kein Problem! Oder?

 

Die 2. Regel: finde MENSCHEN, die dabei sein können!

… ich hatte zunächst Fotomodelle – 3 Jahre später 12 professionelle Mitarbeiter…

 

3. Regel: Wisse, wo du WIRKLICH STEHST!

Jetzt hängt es von der tatsächlichen Risikobereitschaft des/der Unternehmerin ab. Die einen springen wirklich ins eisigste Wasser – die anderen halten mal nur die Zehe rein…

Ich spreche nicht von Finanzierungen – nein. Ich spreche von Selbstvertrauen. Und ich möchte nicht bestreiten, dass die narzisstisch veranlagten hier keinen Vorteil hätten! Selbstüberschätzung kann im Unternehmensalltag schon mal hilfreich sein. Doch sollten gesunde Selbstzweifel auch hie und da angebracht sein – wenn es um Projektumfang und -termine geht.

Trotzdem braucht der Unternehmer (die Unternehmerin) das oben erwähnte schauspielerische Talent, wenn er innerlich schlottert und dem Kunden mit siegessicherem Gesicht versichert, dass alles so gut wie gelöst ist.

Vermutlich hat auch jeder sein eigenes Krisenmanagement danach – vom Cognac bis zum Weinkrampf kann da alles geschehen – aber danach: aufrappeln, abputzen – weiter tun.

Wenn man dann immer noch Unternehmer ist – kommen die Kunden gerne und werden auch mehr!

 

Ja, und dann?

… dann kommt die nächste Phase. Es könnte sein, dass man irgendwann bemerkt, dass man beruflich unglaublich erfolgreich und vermögend ist – aber privat vollkommen verarmt dasteht. Spätestens wenn das Privatleben zum „Restposten“ im Unternehmeralltag geworden ist.

„Wenn du zum Lachen keine Zeit mehr hast, hast du wirklich zu viel zu tun!“  Das gibt’s – ich habs erlebt.

Viele erfolgreiche Unternehmer leben unterhalb des zeitlichen Existenzminimums! Im Unternehmertum ist Zeitdiebstahl weit verbreitet – kaum jemand bedenkt, dass Zeit das wertvollste Gut des Unternehmers ist. Sie kennen das Gleichnis? Wenn jemand kommt und uns 100,- Euro stiehlt, wehren wir uns… wenn jemand kommt und uns 100 Minuten stiehlt – bieten wir Platz und Kaffee an und bedanken uns.

4. Regel: Zeit hat man nicht – Zeit ist man. Nicht die Zeit bekommt man in den Griff, sondern nur sich selbst.


Und was ist dann Erfolg?

5. Regel: Reine Ansichtssache!

…und dazu ein paar Tipps:

•  Fragen Sie sich immer wieder: Was ist MEINE Definition von Erfolg? Und ist die alte Definition von vor 1 Woche, 1 Jahr etc. noch gültig?

•  Viele Wege führen zum Ziel! Welcher der richtige ist, zeigt sich aber oft erst im Gehen!

•  Täglich vor dem Spiegel: Spieglein Spieglein an der Wand, lebe ich noch meine Ziele in diesem Land? Ehrliche Selbstreflexion! Rückschau – sind meine Ziele MEINE oder andere? Nicht alles tun, was gewollt ist – sondern tun, was das eigene ist, was man gut kann.

•  Denk positiv! JA! Immer noch der beste Schutz vor Depression und unnötigen Energieverlust. Negatives Denken ist wie Galgenhumor… der Galgen steht trotzdem da.

•  Ist Erfolg lernbar? Ja, aber: Nicht jedes Rezept passt für Jeden!

 

6. Regel: VISUALISIEREN!

Bilder bewirken mehr als Worte: die eigene Marke sichtbar machen! – Ich gebe zu, als gelernte Designerin hat man es da etwas leichter… aber dafür hinterfragt man sich auch öfter…

 

7. Regel: INVENTUR!

Nicht die fürs Unternehmen – nein – sondern für mich als unternehmerischer Mensch:

Dabei gibt es eine wahre Schatzkammer, die inspiziert werden sollte:

• Meine Werkzeuge = Werte! Talente! Freuden!

• Die Währung = Vertrauen.

• Mein Kraftstoff = Die eigene Lebensenergie!

Das gibt mir meinen Spirit! Lebe ich diesen, erlange ich Höchstleistungen. Spitzenleistungen im Unternehmertum sind z.B. Innovationskraft, Kundenorientierung, Veränderungsbereitschaft, Schnelligkeit, Krisenmanagement u.a.m. Solange wir uns darin lebendig fühlen – und das tun wir dann, wenn wir unsere Kernleidenschaft als Unternehmensleidenschaft leben – haben wir genügend Kraftstoff.

Prestige und Wachstumswahn führt dazu, dass sich Unternehmen verlieren (Studie Peter Vaill – High Performing Systeme).

Tipp: Sich eine Insel dieser Lebendigkeit schaffen! In Ihrem Unternehmen. Fragen Sie sich: Was nährt meine Lebendigkeit, was schwächt sie? Und das geht konform mit der Kernleidenschaft des Gründers oder der Gründerin.

Tja, und wenn Sie Ihre Einzigartigkeit erarbeitet haben, die Freude darin erfahren und damit auch noch Anderen nützen – dann haben Sie Ihr Überlebenstraining im Unternehmertum erfolgreich abgeschlossen. Dann steht einem erfolgreichen Unternehmertum wirklich nichts mehr im Wege!

 

Es gratuliert Ihnen

Ihre Cornelia Scala-Hausmann

(Vortrag bei der WKK, 1.10.2012)

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